schule.schutthalde.ch

Kontakt


Indianerinnen und Indianer Nordamerikas

Indianer Nordamerikas
Indianer heute
Leben heute
Reservate
Hochhaus-Indianer
Geldquelle Spielcasino
Widerstand
Hoffnung

Namen
Russell Means
Leonard Peltier
Plenty Horses

Geschichte
Ureinwohner
Kulturen
Geistertanzbewegung

Kleines Lexikon
A bis Z

Leonard Peltier

Indian War -
Der Fall des indianischen Bürgerrechtlers Leonard Peltier


Am 26. Juni 1975 eröffnen zwei FBI-Beamte auf der Pine Ridge Reservation im US-Bundesstaat Süd-Dakota das Feuer auf die Bewohner und Besucher der Jumping Bull Ranch. Ursprünglich hatten Sie einen 19jährigen Lakota gesucht, der ein Paar Cowboystiefel gestohlen haben sollte. Am Ende des Tages waren beide FBI-Agenten - Ronald Williams und Jack R. Coler - tot. Der Lakota Joe Killsright Stuntz, ein AIM-Aktivist, verlor durch einen Kopfschuss sein Leben. Vier weitere AIM-Aktivisten, unter ihnen Leonard Peltier, waren auf der Flucht. Es kam zu Verhaftungen, Gerichtsverhandlungen und drei Freisprüchen mangels Beweisen.

1976 wurde Leonard Peltier unter fragwürdigen Umständen von Kanada, wohin er geflohen war, an die U.S.A. ausgeliefert. Grund der Auslieferung war die Zeugenaussage einer Indianerin, die gesehen haben will, wie Leonard Peltier die FBI-Agenten erschossen hat. Die Aussage wurde später widerrufen. Es stellte sich heraus, dass das FBI die Indianerin unter Androhung von Gewalt gegen sie und ihre Familie zu dieser Aussage gezwungen hatte. Die Kugeln, mit denen Williams und Coler getroffen wurden, passten nicht zum sichergestellten und als Beweismittel vorgelegten Gewehr. Der gesamte Gerichtsprozess war auf Lügen, zweifelhaften Beweisen und fadenscheinigen Indizien aufgebaut. Leonard Peltier wurde des Doppelmordes schuldig gesprochen und zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt. Das FBI gab später zu, nicht zu wissen, wer die beiden Agenten erschossen hatte. Aber schließlich musste ja irgendwer dafür büßen.

Zahlreiche Berufungsverhandlungen scheiterten bis hinauf zur letzten Instanz. Das Urteil kann nur noch durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika aufgehoben werden. Seither haben mehr als 20 Millionen Menschen Petitionen für Leonard Peltiers Freilassung unterzeichnet, unter ihnen auch zahlreiche Prominente wie Nelson Mandela, Bischof Desmond Tutu, Marlon Brando oder Robert Redford. amnesty international und andere Menschenrechtsorganisationen, das Europäische Parlament, Politiker aus aller Welt fordern bislang vergeblich die Freilassung. Im Jahr 2006 ist Leonard Peltier bereits 30 Jahre unschuldig inhaftiert ...

Martin Ludwig Hofmann, Jahrgang 1972, Autor des Buches über Leonard Peltier, studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Betriebswirtschaftlehre an der Universität Freiburg. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Freiburg. Zu Forschungszwecken hielt er sich u. a. bei den Lakota-Indianern in den U.S.A. auf.
Quelle: Buch-Besprechung von Annett Böttge in Lesestoff Nr. 14, www.lesestoff-leipzig.de
Indian War Der Fall des indianischen Bürgerrechtlers Leonard Peltier von Martin Ludwig Hofmann (Juni 2005)

Mehr zu Leonard Peltier auf welt-der-indianer.de

nach oben
indianer.schutthalde.ch - letztmals geändert 06.01.2016