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Geldquelle Spielkasino

Als einer der ärmsten Stämme galten lange Zeit die Fort-Mohave am Colorado River. Viele der kaum 1000 Stammesangehörigen lebten von Sozialhilfe und hausten in verfallenen Armee-Baracken. Das wurde dann anders.
Seit kurzer Zeit lässt der Stamm auf seinem Gebiet das grösste indianische Spielkasino-Zentrum westlich des Mississippi bauen. Elf Kasinos und Luxushotels entstehen dort. Das bedeutet gut bezahlte Arbeit für viele, vor allem auch in den stammeseigenen Hotels und Tankstellen. Die Mohave verteilen die Gewinne nicht auf die Familien, sondern schaffen damit Arbeitsplätze.

Ermöglicht hat dies alles ein Sondergesetz der amerikanischen Regierung. Seit 1988 erlaubt es den Indianern, auf ihrem Land Spielkasinos zu betreiben. Ausserhalb der Reservation, im Bereich des "normalen" US-Rechts also, gibt es diese Erlaubnis nicht immer.
Das Sonderrecht ist eine Art "Entwicklungshilfe" für die Indianer. In fast 160 Reservationen sind inzwischen schon Spielkasinos und Bingo-Paläste aus dem Boden geschossen. Die Gewinne sind beträchtlich. Allein 1994 nahmen die rund 800 McDowell-Apachen mit ihrem Kasino "Fort" über 45 Millionen Dollar von den überwiegend weissen Besuchern ein.

Auch in den Reservationen der Sioux und Cheyenne, der Ojibwa, Crow, Mohawk und der Blackfoot haben inzwischen Kasinos eröffnet. "Schlachtfelder der Armut" nannte man noch vor wenigen Jahren die in North und South Dakota, Minnesota udn Montana gelegenen Indianerterritorien. Doch schon jetzt, nach nur einigen Jahren, trägt diese Entwicklungshilfe erste Früchte. Die Stammesräte wissen allerdings, dass der Geldsegen schon bald versiegen kann. Deshalb stecken sie einen grossen Teil der Einnahmen in andere, solidere Unternehmen. So ist es inzwischen auch gesetzlich geregelt.

Als einzige Stämme haben sich die Navajos und die Hopi gegen die Kasinos entschieden. Sie befürchten, dass ihre Tradition und Kultur Schaden am Geschäft mit dem Geld nehmen könnten. Andere Stämme wie die Mescalero-Apachen sehen sich im Kasinogeschäft chancenlos. Ihre Reservation liegt zu weit weg von den Ballungszentren und damit von möglichen Kasinobesuchern entfernt. Dafür sind die Apachen bereit, für 40 Jahre Atommüll bei sich zu lagern. Das bringt dem Stamm sehr viel Geld und schafft 300 gut bezahlte Arbeitsplätze. Es birgt aber auch eine grosse Gefahr für die Gesundheit der Menschen.

Quelle: web www.welt-der-indianer.de
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indianer.schutthalde.ch - letztmals geändert 05.09.2013